Europapokal, Europapokal, Europapokal...

Dieser Gesang hat uns seit dem Sieg im Viertelfinale immer wieder begleitet und angespornt. Auf dem Weg ins Finale noch Parkentin besiegt und nun im Finale gegen die Reserve des Bölkower SV ein spannendes Spiel bestritten.

Der Reihe nach:

Unser Sportdirektor und Zweikampfmonster Martin Wienecke hat sich um einen Reisebus gekümmert, der UFC-Spieler und -Fans gemeinsam nach Sanitz zum Austragungsort des Finals bringen sollte. Der Treffpunkt war vereinbart für 9:00 an der Trotzenburg. Knapp 50 Personen sind so zum Spiel angereist. Weitere 30 sind dann bis zum Anpfiff eingetroffen, sodass wir auf lautstarken Rückhalt von der Tribüne zählen konnten. Der Gastgeber Union Sanitz hatte beste Vorbereitungen geleistet, sich mit Hüpfburg, Kinderschminken und ausreichend Getränke- und Essensständen auf die Zuschauer vorbereitet. So konnten die trockenen Kehlen durch die vor Spannung angeregte Atmung wieder benetzt werden.

Unter dem Motto „Die Faust ist stärker als ein Finger“, das Großphilosoph Coach Podhola spontan in lyrischen Ergüssen vor dem Halbfinale initiierte, ging es so auch mit bedruckten T-Shirts auf das Feld zum Warmmachen. Alle Spieler waren an Bord und der Trainer hatte die Qual der Wahl eine erste 11 zu nominieren, wobei es wirklich alle verdient gehabt hätten.

So ging es dann pünktlich um 11 Uhr los. Nach anfänglichem Abtasten ohne wirkliche Torchancen, kam Bölkow zu einer ersten Gelegenheit durch einen Freistoß aus 20m halblinks vor dem Strafraum. Der extrem stark geschossene Ball flog um Ballesbreite am rechten Knick vorbei und bewahrte den UFC vor einem frühen Rückstand. Das angesetzte frühe Pressing durch Trainer Podhola wurde nun immer besser umgesetzt und der UFC kam zu einem deutlichen Übergewicht im Mittelfeld. Die Tempogegenstöße der Gegner hatten so jedoch auch Raum, um mit ihrer hohen Endgeschwindigkeit für Gefahr zu sorgen. Die meisten konnten aber durch die Defensive um Schramm, Hantusch, Gräfe und Stelzle geklärt werden, zumal Wienecke und Hahn als 6er immer wieder mit geschicktem Stellungsspiel aushelfen konnten, bevor es gefährlich wurde. In der 17. Minute war es dann soweit: Niko Bünte bekam den Ball kurz hinter der Mittellinie, dribbelte sich gegen 2 oder 3 Gegenspieler geschickt in Position und chippte den Ball auf Charlie Frenzel, der über links durchgestartet war und sich geschickt vor den Verteidiger drängte und neben den Torwart zum 1:0 einschob. Die Führung währte jedoch nur 7 Minuten, denn hier kam die Geschwindigkeit der Gegner zu tragen. Ein Fehlpass im Mittelfeld ließ die rechte Abwehrseite ganz unglücklich aussehen und auch unser Torwart Tillmann, der nach der flachen Hereingabe von außen den Ball noch an den einschiebenden Stürmer prallen ließ, war nicht vom Glück verfolgt, denn der Ball prallt von ihm wieder ins Tor - 1:1 in der 24. Minute durch Daniel Iben. Der Bölkower SV wurde im Anschluss nur durch Freistöße oder Ecken in Position gebracht, die jedoch alle bis auf einen Kopf ungefährlich geklärt werden konnten. Der UFC versuchte weiter durch Pressing das Spiel in die gegnerische Hälfte zu verlagern und selbst zu agieren. Es gab nun bis zur Pause nicht mehr wirklich Großchancen, sondern eher ein hartes Mittelfeldgeplänkel. Doch ein Ass im Ärmel hatten die Arminen vorm Pausenpfiff noch zu bieten. Ein Seitenwechsel auf rechts, ein Pass ins Mittelfeld, ein schnell ausgeführter Einwurf durch Mews auf unseren Tentakel-Kapitän Steffen Hahn, ermöglichte es einen wunderschönen Schlenzer in den rechten Knick bewundern zu dürfen. Ein Traumtor zur rechten Zeit mit links in den Winkel unter Bedrängnis gegen 3 Spieler – 2:1 durch Steffen Hahn in der 42. Minute. So ging es auch in die Halbzeit.

Die 2. Hälfte veränderte das Spiel etwas. Bölkow spielte nun mit Rückenwind und der gegnerische Torwart prügelte das Leder bei jedem Abstoß ca. 10m hinter die Mittellinie. Die Kopfballduelle wurden jedoch nahezu immer durch die hochgewachsene 6er und Abwehrreihe gewonnen. Bölkow erhöhte merklich den Druck und nun war es der UFC, der geschickt wusste, den sich bietenden Raum mit geschickten Pässen zu nutzen, um für Entlastung zu sorgen. Thomas Reimer tankte sich gegen 3 Gegenspieler über die linke Seite im Vollspeeddribbling durch, vergab dann nur knapp am glänzend haltenden Keeper, Frenzel vergab dann leider den Nachschuss, der alles hätte klarmachen können. Eine unschöne Szene bot sich dann in der 72. Minute als Mews den Ball im Zweikampf klärt, vom Gegner aber mit gestrecktem Bein die Stollen aufs Knie bekommt, weswegen er im Anschluss mit schmerzverzerrtem Gesicht verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste. Dafür kam Michael Knüppel, der beinahe nach tollem Spielzug und Pass durch Bünte mit seinem ersten Ballkontakt aus halbrechter Position mit einem Gewaltschuss ins kurze Eck das 3:1 hätte erzielen können. Doch auch hier parierte der gegnerische Keeper glänzend. Bölkow gewann wieder überhand im Mittelfeld, kam meist aber nicht in aussichtsreiche Abschlusssituationen. Die gefährlichsten kamen dann zustande, wenn ungenaue Pässe aus der Abwehrreihe gefundenes Fressen für die flinke Bölkow-Offensive waren. Nur in höchster Not und mit viel Risiko konnten die Situationen durch die Mannschaftskameraden geklärt werden. Genau in diese Phase kam ein Entlastungsangriff über die linke Seite. Frenzel holte eine Ecke heraus, die dann durch Bünte hereingetreten wurde. Eigentlich ungefährlich, doch durch viel Unruhe und Irritation im 5er, ließ der bis dahin so glänzende Keeper eine einzige Schwäche aufblitzen, indem er den Ball nicht festhalten konnte. Reimer erfasste die Situation blitzschnell und erzielte in der 81. Minute aus kürzester Distanz den Treffer zum 3:1. So hielt er sein Versprechen im wichtigen Finale zu „netzen“ – weiter so! Arminia war nun siegessicher und ließ wie die 2. Hälfte dem Ende entgegen ging nicht mehr viel zu. Gräfe musste aufgrund sich auflösender Sohlen seiner Copa Munials ausgewechselt werden, wofür Wienecke in die Innenverteidigung rücken rückte und Westendorff den Pokal auf außen mit verteidigen durfte. Eine Ecke jedoch, die mit viel Gegenwind hereingeschlagen wurde, landete am kurzen Pfosten. Tillmann hatte den Ball schon sicher in den Händen, ehe er sich den Ball selbst unglücklich aus selbigen köpfte und ins Tor beförderte – 3:2 in der 88. Minute durch Tobias Barachini. Schramm, der sich am kurzen Pfosten postiert hatte, konnte leider nicht mehr klären. So schöpfte der Gegner noch einmal Hoffnung und warf in den letzten Minuten alles nach vorne, konnte aber gegen das UFC-Bollwerk nicht mehr punkten. Coach Podhola brachte dann noch kurz vor Abpfiff Tim Bredtmann für Charlie Frenzel und nahm die letzte Zeit von der Uhr - POKALSIEG! Da ist das Ding. Grenzenlose Freude und erneut die Hoffnung auf den Europapokal, Europapokal, Europapokal, Europapokal...

 

Danke dem Bölkower SV für ein tolles, spannendes und zumeist hartes aber auch faires Spiel. Danke an Union Sanitz für die Organisation und am allermeisten DANKE an die tollen Fans und Freunde des UFC, die den Tag und die anschließende Feier so unvergesslich gemacht haben.  

Tore: 

17. Minute – 1:0 Charlie Frenzel, Vorlage Niko Bünte
24. Minute – 1:1 Daniel Iben
42. Minute – 2:1 Steffen Hahn, Vorlage Robert Mews
81. Minute – 3:1 Thomas Reimer, Vorlage Niko Bünte
88. Minute  3:2 Tobias Barachini 

 

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