10. Spieltag 16/17 – UFC I vs. SV 1932 Klein Belitz 3:0 Heimsieg (1:0)

Vor dem Spieltag sah es aus wie ein Topspiel: 6. Gegen 7., ein Punkt Unterschied und an sich ein wegweisendes Spiel, in welche Tabellenrichtung es wohl gehen wird. 

Der UFC konnte dieses Mal aus den Vollen schöpfen und ein unter der Woche kränkelnder Martin Hantusch konnte so durch den nur geringfügig älteren Namensvetter Wienecke ersetzt werden. Für Emil Wachenfeld kam das Spiel noch eine Woche zu früh, David „Ziege“ Ziegenhagen war zwar im Kader, hatte aber mit Schienbeinproblemen zu kämpfen. Niclas Hamann meldete sich nach Infekt wieder zurück, Mats Wiethölter beginnt nun seine post-examens Abschiedstournee und auch der Arminen Seigerten hatte das Rasierwasser bereitgestellt. Kurzum: eine schlagfertige Truppe auf und neben dem Feld, die bereit war, die guten Leistungen der Vorwoche zu bestätigen.

Bei konstantem leichten Dauerregen war der Rasenplatz am Waldessaum sehr weich und die Spuren des letzten Spieltags waren noch zu sehen. 

Das Spiel begann mit einem ersten Abtasten, doch schon schnell war der UFC in Spielkontrolle, die punktuell durch lange Bälle in den wuchtig besetzten Sturm des SV gestört werden sollte. Gleich zu Beginn leisteten die Arminen drei unnötige Fouls in gefährlicher Freistoßentfernung, deren folgende Freistöße jedoch entweder leichte Beute für den Torwart waren, oder zuvor durch die Lufthoheit der Arminen geklärt werden konnten. Auf der Gegenseite wurde sich nun langsam nach vorne kombiniert, doch der Pass ins letzte Drittel kam viel zu selten an. Meistens war es Thomas Reimer, der seine Antrittsschnelligkeit immer wieder zum Vorschein brachte und sich geschickt in Abschlussposition brachte. Einfach toll anzusehen, wie er den Ball in vollem Tempo mitnimmt, den Gegenspieler kreuzt, den nächsten am 16er tunnelt, aber leider dann den Torwart anschießt. Insgesamt dreimal gelang ihm dieses Kunststück, ehe er sich selbst belohnte. Ein schöner strammer Gassenpass vom erfahrenen Wienecke in den Lauf von Reimer und der findet auf dem Weg zum Tor seine gewohnte Kaltschnäuzigkeit wieder und vollendet flach, nachdem er erst einen Abwehrspieler aussteigen lässt, sich dann den Ball nach links am Torwart vorbeilegt und schließlich ins leere Tor schießen kann. Endlich das 1:0 (37. Minute). Es war erleichternd, denn zuvor bot sich den Zuschauern eine Reihe an guten Möglichkeiten, die der nacheinander entweder unüberlegt, überhastet oder technisch limitiert ausgeführt wurden. Stelzle wurde in gute Schussposition an der 16er Kante gebracht und anstatt den Ball anzunehmen und gezielt abzuschließen, versuchte der heutiger 8er den Ball mit dem linken Außenrist in den rechten Winkel zu befördern. Auch wenige Minuten später schoss er aus sechs Metern nach einem Abpraller über das Tor und machte entschuldigend die schlechten Platzverhältnisse dafür verantwortlich. Dass er aber eigentlich den Ball hätte annehmen und gezielt und überlegt abschließen können, fiel ihm aber erst hinterher ein. El Capitano Herber hatte zwei gute Fernschüsse, die vom Torwart zur Ecke abgelenkt werden konnten und kurz vor Reimers Tor hatte dieser 3x die Möglichkeit seinen neben ihm stehenden Sturmpartner Herber oder zuvor genannten Stelzle am 16er anzuspielen, die eine freiere Schussbahn gehabt hätten. El Fenomeno entschied sich stattdessen den Ball irgendwie in die Maschen zu jagen und schoss dabei die gegnerische Abwehr ein ums andere Mal ab (Kein Vorwurf an dieser Stelle- hätten wahrscheinlich die meisten von uns gemacht). Eine Flanke von Hahn, die eigentlich auf den 2. Pfosten kommen sollte, landete bei Stelzle erneut am 16er, der den Ball dann glücklich aber wunderbar für Bredtmann auflegte, der aber leider 30cm zu hoch zielte und über das Tor schoss. Zum Ende der ersten Halbzeit und immer wieder im Durchgang zwei war es Robert Mews, der sich immer wieder stark über Links behauptete und sich bis zum 16er des Gegners Strafraumes durchtankte und so die gegnerische Mannschaft das ein oder andere Mal stark in Bredouille brachte. 

Zum Pausentee (Dankeschön an Tuschi) wurde sich erneut darauf besonnen, ruhig und überlegt zu agieren, nicht gleich die tödlichen Pässe spielen zu wollen und den Schiedsrichter in Ruhe zu lassen. Die Klein Belitzer gingen hochmotiviert an die Sache und da sollten wir gegenhalten, doch dazu später mehr.

Die zweite Hälfte begann mit einem Paukenschlag vom stark aufspielenden Bredtmann. Direkt nach der ersten Balleroberung im Mittelfeld setzte Hahn seinen Mannschaftskameraden mit einem hohen Diagonalball nach links toll in Szene. Bredtmann bringt den ball ansehnlich unter Kontrolle und überlupfte den Torwart, nur um dann am Querbalken zu scheitern. Der mitgelaufene Stelzle wusste bei diesem schönen Anblick auch nicht, ob er sich ärgern sollte, weil ihm freistehend nicht der Ball quer in den Strafraum gelegt wurde, oder ob er sich weiter dieses schönen Lupfers ergötzen sollte.

Den SVlern ging so langsam die Puste aus und da kam es natürlich nicht gelegen, als Reimer sein Nachsetzen belohnte, denn eine eigentlich ungefährliche Flanke von Rechts, die über den erneut stark spielenden Ronny Schulz nach vorne gebracht wurde, ließ der Torwart plötzlich aus den Händen gleiten und Reimer stand goldrichtig – 2:0 (52. Minute). Es folgten zwei Wechsel: Hamann für Reimer und Wiethölter für Bredtmann. Diese zwei Offensivspieler brachten noch einmal Schwung und immer öfter ging es in Strafraumnähe. So war es auch schön mit anzusehen, als sich von rechts über die Mitte mit fünf Stationen Schramm in die Spitze lief und mustergültig mit dem Schnittstellenpass von Wiethölter versorgt wurde. Der klasse Abschluss flach ins lange Eck war dann scheinbar nur noch Formsache – 3:0 (75. Minute). Wenig später hieß es dann Stelzle raus, Seegebrecht rein. Der eigentlich aufs Torwartsein spezialisierte Seegetron kann auch Sturm. Das zeigte er, als es nun auch am Ende möglich war, den Gegner schon in Strafraumnähe mit Pressing unter Druck zu setzen, lediglich ein Tor sollte ihm nicht gelingen. Kurz vor Abpfiff hätte sich dann der starke Wiethölter selbst belohnen können, doch nach starkem Dribbling, wollte er Fifa-like aus kurzer Distanz den Torwart überlupfen, anstatt zielstrebig den Ball ins Tor zu schieben.

An dieser Stelle sei noch ein Kommentar zur Spielweise der Klein Belitzer erlaubt: alles in allem ein hartes auf größtenteils faires Spiel, das lediglich durch ein ungeahndetes Treten gegen einen am Boden liegenden UFC-Spieler und die folgende für Schiedsrichter und Assistenten zu hörende Beleidigung „Du Idiot!“ einen faden Beigeschmack am Ende bekam – absolut unnötig. Die Gangart war hart und ein ums andere Mal zogen Arminen in Zweikämpfen zurück, als Klein Belitzer in vollem Tempo mit beiden Beiden ohne Rücksicht auf Verluste und bewusste Inkaufnahme von Verletzungen angegrätscht kamen. Glücklicherweise blieben beide Seiten unverletzt. 

Am Ende steht ein souveräner Sieg mit ein paar tollen Spielszenen und Toren. Nächste Woche bitte genauso weiter!

PS: Coach Podhola kürte übrigens Robert Mews zum Spieler des Spiels.

 

Tore: 

 

1:0 Thomas Reimer, Vorlage von Martin Wienecke (37. Minute)

2:0 Thomas Reimer, Vorlage von Ronny Schulz (52. Minute)

3:0 Maximilian Schramm, Vorlage von Mats Wiethölter (75. Minute)