7. Spieltag 16/17 - UFC I vs. SV Parkentin 2:3 Heimniederlage (0:0)

Ein klasse Spiel, das leider nicht von Erfolg gekrönt war. Beim 2:3 gegen den Aufstiegsaspiraten aus Parkentin lieferten die Arminen eine souveräne erste Hälfte, in der der Gegner zwar mit mehr Ballbesitz, aber nicht mit hochkarätigen Chancen glänzen konnte.

 

Alles war angerichtet. Der Platz war in bestem Zustand, kurz gemäht und selbst die Abstandslinien der Ecken gekreidet. Die Gegner machten sich frühzeitig mit dem Geläuf vertraut, doch zum Anstoß waren beide Teams bereit für ein Duell auf Augenhöhe. Gleichviel erzielte Treffer standen auf beiden Seite zu Buche, schien die UFC Abwehr jedoch auf dem Papier doppelt so löchrig wie die des SVs.

Doch wie gesagt – nur auf dem Papier. Es wurde intensiv in der 1. Hälfte gespielt, doch durch geschicktes Verlagern der gesamten Mannschaft bot man den Gästen nur wenig Räume. Sie spielten zwar immer wieder hinten herum einen Seitenwechsel ein, aber wirkliche Lücken riss es nicht. So wurde auch nahezu jede Chance geklärt, abgewehrt, oder zur Ecke abgelenkt, die wohlbemerkt, alle auf den 1. Pfosten halbhoch geschlagen ein einfaches Fressen für die gut gestaffelte Verteidigungsreihe waren. Großchancen gab es daher eher auf der Arminenseite. Herber wusste seinen Körper geschickt einzusetzen, schirmte den Ball gekonnt ab und drang dann häufig in des Gegners Hälfte ein, in der die Außen mit Bredtmann und Wienecke gut Tempo machten. Einige schöne Kombinationen bei Kontern kamen dabei herum und die klarste Chance des Spiels, als ein Schuss nach Hereingabe von rechts abgeblockt wird und eben jener Bredtmann, der im Training mit seinen Wacklern gerne 2-3 hintereinander aussteigen lässt, leider zu hastig abschließt und wiederum einen Verteidiger anschießt. Auch die Außenverteidiger sorgten für Betrieb. Schulz in gewohnter Manier mit vollem Einsatz und Neuarmine Emil Wachenfeld, der seine starke Leistung aus dem Pokalspiel gegen Laage fortsetzte und immer wieder mit tollen Dribblings Räume für seine Mitspieler schaffte – nur an seiner Entschlossenheit zum Tor zu ziehen muss der Jungmediziner noch arbeiten. Ein Freistoß aus knapp 30m aus zentraler Position wurde dann noch vom parkentiner Torwart lässig entschärft, der für den Schützen Stelzle eigentlich schon stark nach Sonntagsschuss aussah – einmal mehr auffällig wie Realität und Selbstwahrnehmung innerhalb von Sekunden auseinanderdriften.

Die doch durchaus positive erste Hälfte, in der man die befürchtete Stärke der Gäste nicht zur Entfaltung kommen lies, sollte aber umso schlimmer mit einem grandios schlechten Stark in die 2 Hälfte fortgesetzt werden. Ein eigentlich harmloser Freistoß aus halbrechter Position des Gegners wurde scharf in Richtung des Tors geschlagen, der dann leider mit dem ins Tor flog – 0:1 in der 47. Minute durch Ingo Schultz. Das 2. Gegentor sollte auch nicht lange auf sich warten lassen. Nach einem vermeintlich deutlichen Handspiel bei der Ballmitnahme konzentrierte sich die Abwehr nunmehr aufs Reklamieren, als aufs verteidigen und zack – war der 2. Treffer drin – 0:2 in der 57 Minute (Andre Buchholz). Versuche die gute erste Hälfte wieder ins Gedächtnis zu rufen und einander zu motivieren, schienen bei der Heimmannschaft nicht so gut zu funktionieren wie erhofft. Das eigene Offensivspiel wurde u.a. durch die Art und Weise der Zweikampfbeurteilung des Schiedsrichters beeinflusst, der zu dieser Zeit eine folgenschwere Entscheidung für Schulz fällte. Zur Beschreibung: Schulz will in einen Ball grätschen, der auf Höhe der Außenlinie longline gespielt wird. Da der Ball recht scharf geschossen wurde, dreht er den Kopf weg vom Ball und der Ball berührt seinen Arm ca. 10m hinter der eigenen Mittellinie, von wo aus er ins aus prallt. Gelbe Karte für ein unabsichtliches Handspiel, das einen Fehlpass verhindert hat. Arminen und Parkentiner spielten aber mit ähnlicher Härte, ohne grob unfair zu werden. Stets wurde sich bemüht, den Ball zu spielen (meine persönliche Meinung: sehr fairer Gegner, gegen den es Spaß macht zu kämpfen). Der UFC wollte nun doch noch alles in die Waagschale werfen und agierte deutlich höher im Feld. Ein eigentlich schlecht als Bogenlampe gespielter langer Ball in die Spitze wurde so zum Verhängnis von Hantusch, der den Ball mit dem Kopf zwar klären möchte, ihn aber eher dem Angreifer so in den Lauf legt: 0:3 in der 74. Minute (Jarl Feldbinder). Zwar verstärkt Coach Podhola nochmal die Angriffsbemühungen mit den Einwechslungen von Hahn, Mews und Jungblut, doch „Pechvogel“ Hantusch schafft leider keinen Reimer a.k.a. Hattrick. Sein Doppelpack: ein gut nachgesetzter Kopfball nach Freistoßverlängerung durch Hahn in der 80. Minute und eine eingenickte Flanke von links in der 87. Minute sollten nicht reichen. Schade. Schade bzw. schwach war dann leider auch das überzogene Ego des Schiris in der letzten Minute des Spiels. Der Heißsporn Schulz schoss einen Gegner, bevor der Ball ins Aus ging, noch an, doch der Schiedsrichter entschied auf Einwurf für Parkentin. Begleitet von einem lautstarken Beschweren: „Wie kann denn das sein? Das ist doch offensichtlich! Einfach peinlich!“, im Umdrehen, zeigt der Schiri ihm die 2. Gelbe Karte, bevor er bemerkt, dass Schulz ja doch schon verwarnt war. Gerade hier wäre ein wenig leider nicht vorhandenes Fingerspitzengefühl gefragt gewesen. (1. Gelbe wegen einer fraglichen gelben Karte nach Handspiel und 2. Gelbe Karte nach für viele Spieler offensichtliche eindeutige Fehlentscheidung). Das Schulz sich dort trotzdem besser zusammenreißen muss, weiß der Spieler selbst, hat aber bis nächste Woche Zeit einen Aufsatz darüber zu schreiben – oder er bringt zum nächsten Heimspiel eine Kiste Gerstensaft mit. Ein enttäuschender aber irgendwie auch symbolträchtiger Schlusspunkt. Stark gespielt, stark unkonzentriert für kurze Zeit, stark nachgezogen und doch gegen stark konstanten Gegner verloren – so lernt man dazu.

 

Tore:

 

0:1 – Ingo Schultz – 47. Minute

0:2 – Andre Buchholz – 57. Minute

0:3 – Jarl Feldbinder – 74. Minute

1:3 – Martin Hantusch – 80. Minute

2:3 – Martin Hantusch – 87. Minute